Hornhauttransplantation: nur ersetzen, was erkrankt ist
Die Transplantation der gesamten Hornhautdicke ist nicht mehr die einzige Option; mit den Techniken sind auch die Erwartungen gestiegen.
Die Hornhaut ist die durchsichtige Schicht vor dem farbigen Teil des Auges – man kann sie mit dem Glas einer Uhr vergleichen. Hat sie ihre Transparenz verloren oder ist ihre Form so gestört, dass sie sich nicht mehr korrigieren lässt, kann sie durch durchsichtiges Hornhautgewebe einer Spenderin oder eines Spenders ersetzt werden.
In der Türkei sind die häufigsten Gründe für eine Hornhauttransplantation der Keratokonus, die pseudophake bullöse Keratopathie – ein bleibendes Hornhautödem nach einer Operation des Grauen Stars – und Hornhautverletzungen. Auch erbliche Hornhautdystrophien und Narben infolge einer herpetischen Keratitis (Augenherpes) werden auf diesem Weg behandelt.
Transplantation der gesamten Hornhautdicke
Bei der perforierenden Keratoplastik (Transplantation der gesamten Hornhautdicke) wird die Hornhaut in ihrer ganzen Dicke ersetzt. Sind alle Schichten von der Erkrankung betroffen, ist dies nach wie vor die richtige Operation.
Der Schnitt kann mit der Standardtechnik oder mit dem Femtosekundenlaser erfolgen; der Laser ermöglicht, dass die Ränder von Spender- und Empfängerhornhaut nicht als einfache Scheibe mit glatter Kante, sondern mit ineinander passenden Profilen geschnitten werden.
DALK – Ersatz der vorderen Schichten
Bei der tiefen anterioren lamellären Keratoplastik (DALK) werden die vorderen Schichten der Hornhaut ersetzt; die innerste Schicht der Patientin oder des Patienten, das Endothel, bleibt an Ort und Stelle.
Die DALK wird am häufigsten beim Keratokonus, bei Hornhautverletzungen und bei erblichen Dystrophien durchgeführt. Wie bei allen Hornhauttransplantationen ist keine Gewebeübereinstimmung erforderlich – die Hornhaut besitzt normalerweise keine Blutgefäße.
DMEK – Ersatz nur der innersten Schicht
Ist die Erkrankung auf das Endothel beschränkt – wie beim bleibenden Hornhautödem (bullöse Keratopathie), das sich nach einer Operation des Grauen Stars entwickeln kann, oder bei erblichen Dystrophien –, genügt es, nur diese Schicht zu ersetzen. Bei der DMEK wird das erkrankte Endothel abgezogen und durch das Endothel der Spenderin oder des Spenders ersetzt; der übrige Teil der Hornhaut der Patientin oder des Patienten wird nicht angetastet.
Was heute als Erfolg gilt
In früheren Jahren galt es als Erfolg, wenn das Gewebe durchsichtig blieb und die Patientin oder der Patient mit Brille oder Kontaktlinse gut sah. Heute sind die Erwartungen deutlich höher: Das transplantierte Gewebe soll durchsichtig bleiben und auch ohne Brille und ohne Kontaktlinse ein gutes Sehvermögen ermöglichen.
Diese Veränderung bestimmt auch die aktuellen Techniken – lamelläre (schichtweise) statt vollständige Transplantationen, den Femtosekundenlaser bei den Schnitten, zunehmende Auswahl an Augentropfen zur Verhinderung der Transplantatabstoßung sowie individuell angepasste Laserbehandlungen, um die nach der Transplantation verbleibende Kurzsichtigkeit und Hornhautverkrümmung zu korrigieren.
Lassen Sie Ihre Augen untersuchen
Senden Sie Ihre bisherigen Brillenwerte, frühere augenärztliche Befunde und gegebenenfalls Aufnahmen der Hornhaut für eine individuelle Beurteilung – persönlich in Istanbul oder per Video.
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder individuelle medizinische Beratung.