Computer und die Augen
Vor etwa 30–35 Jahren hat die Entwicklung der Computer die Arbeitswelt revolutioniert. Büroarbeit umfasste zuvor Tätigkeiten wie Tippen, Ablegen, Lesen und Schreiben.
„Computer-Vision-Syndrom“ (Bildschirmarbeitsplatz-Syndrom)
Vor etwa 30–35 Jahren hat die Entwicklung der Computer die Arbeitswelt revolutioniert. Büroarbeit umfasste zuvor Tätigkeiten wie Tippen, Ablegen, Lesen und Schreiben. Jede erforderte eine etwas andere Körperhaltung und Blickrichtung, wodurch zwischen den Tätigkeiten natürliche Pausen entstanden. Computer brachten all diese Aufgaben zusammen und machten daraus etwas, das man ohne sich zu bewegen vor einem Bildschirm erledigt, was Qualität, Produktion und Effizienz steigerte. Auch außerhalb der Arbeit nahm unsere Computernutzung für das Internet und anderes zu. Dadurch sieht sich das 21. Jahrhundert einer Epidemie gegenüber: dem „Computer-Vision-Syndrom“. Als Computernutzer klagen viele von uns über eines oder mehrere seiner Anzeichen: Schmerzen, Müdigkeit, Unbehagen und Rötung der Augen, verschwommenes Sehen und Doppelbilder. Seine weiteren, nicht am Auge auftretenden Symptome sind Schmerzen in Kopf, Nacken, Schultern und Rücken.
Die wichtigste Ursache des Computer-Vision-Syndroms ist das trockene Auge
Nach der Arbeit am Computer fühlen sich die Augen trocken an, mit Brennen und einem Schweregefühl. Bei Computernutzern kann auch ein reflektorischer Tränenfluss auftreten, der die Trockenheit auf der Augenoberfläche ausgleichen soll. Der Hauptgrund für die Bildung trockener Stellen auf der Augenoberfläche ist, dass unsere Lidschlagrate vor einem Bildschirm sinkt. Darüber hinaus spielen die folgenden Risikofaktoren beim Austrocknen unserer Augen vor dem Bildschirm eine Rolle:
- Die Büroumgebung: Klimaanlage, Papierstaub sowie Toner von Laserdruckern und Kopierern erzeugen Trockenheit und ein chemisches Ungleichgewicht, das die Hornhaut (die klare Vorderschicht des Auges) reizt.
- Eine größere Verdunstungsfläche auf der Augenoberfläche: Beim Lesen von Papier blicken wir meist nach unten, und unsere Augenlider bedecken einen großen Teil der Augenoberfläche und verhindern, dass die Tränen verdunsten. Beim Lesen vom Bildschirm blicken wir meist geradeaus, wodurch sich der Spalt zwischen den Augenlidern vergrößert, sodass die Tränen von einer größeren Fläche verdunsten.
- Geschlecht: Frauen klagen häufiger über trockene Augen als Männer.
- Alterung: Unsere Tränenproduktion nimmt mit dem Alter ab.
- Bestimmte rheumatische Erkrankungen
- Tragen von Kontaktlinsen: Wenn die Linse austrocknet, haftet sie beim Blinzeln am Oberlid und erzeugt ein unangenehmes Reibungsgefühl.
Schuppung und Rötung an der Wimpernwurzel, die wir „Lidrandentzündung (Blepharitis)“ nennen
- Auftragen von Make-up auf den inneren Rand der Augenlider
Die Auswirkungen von Bildqualität, Beleuchtung und Reflexionen des Bildschirms auf unsere Augen
Wie gut ein Computer Bilder auf dem Bildschirm darstellt, hängt von drei Dingen ab: Bildwiederholfrequenz, Auflösung und Lochmaskenabstand (Dot Pitch). Die ideale Bildwiederholfrequenz liegt bei 70 Hz oder darüber; je höher die Auflösung, desto besser; und ein Lochmaskenabstand von 0,28 mm oder weniger wird bevorzugt.
In Windows können Sie die Bildwiederholfrequenz und die Auflösung unter „Einstellungen“ in den Anzeigeeigenschaften ändern. Wenn Sie ein anderes Betriebssystem verwenden, konsultieren Sie das Hilfemenü oder das Benutzerhandbuch Ihres Monitors. Der Lochmaskenabstand ist festgelegt und kann nicht eingestellt werden.
Das Umgebungslicht (Leuchtstofflampen, Fenster, Schreibtischlampen usw.) sollte nicht zu hell sein; andernfalls treten auf den Zeichen auf dem Bildschirm Reflexionen und Blendung auf. Lässt sich die Umgebungsbeleuchtung nicht einstellen, sollten Blendschutzfilter verwendet werden. Bildschirmfilter können die visuelle Wahrnehmung verbessern und den Augen eine gewisse Entlastung verschaffen.
Beim Vergleich von CRT-Monitoren („Kathodenstrahlröhre“) mit LCD-Monitoren („Flüssigkristallanzeige“) sind LCD-Monitore besser für die Augengesundheit. Durch die Entwicklung der LCD-Technologie ermüden unsere Augen weniger.
Wie sich das Computer-Vision-Syndrom verhindern lässt
- Halten Sie die Umgebungsbeleuchtung niedrig
- Halten Sie den Bildschirm 35–40 cm von sich entfernt
- Schauen Sie dreimal pro Stunde vom Bildschirm auf und in die Ferne
- Lassen Sie Ihre Augen einmal im Jahr untersuchen
- Verwenden Sie Tränenersatzmittel (künstliche Tränen) (fragen Sie Ihre Augenärztin bzw. Ihren Augenarzt)
- Befeuchten Sie die Luft in Ihrem Büro
- Verwenden Sie einen Bildschirmfilter
- Wenn Sie eine Brille tragen, wählen Sie entspiegelte Gläser
Schwarzer Text auf Weiß: am besten
Dunkler Text auf hellem Hintergrund, hoher Kontrast: gut
Geringer Kontrast zwischen Hintergrund und Text: vermeiden
Gemusterter Hintergrund: ermüdend zu lesen
Lassen Sie Ihre Augen untersuchen
Senden Sie Ihre bisherigen Brillenwerte, frühere augenärztliche Befunde und gegebenenfalls Aufnahmen der Hornhaut für eine individuelle Beurteilung – persönlich in Istanbul oder per Video.
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder individuelle medizinische Beratung.